Waldkunstpfad beschäftigt sich mit dem Wandel

Foto: Waldkunstpfad

Aus vier Perspektiven setzen sich zehn internationale Kunstschaffende mit den Veränderungen unserer Gesellschaft und der Umwelt auseinander – 20 Jahre Waldkunstpfad am Böllenfalltor mit Außenstellen in der Grube Messel und erstmals in Österreich.

20 Jahre Internationaler Waldkunstpfad in Darmstadt: Inmitten der Herausforderungen von Corona, Waldsterben und Krieg in der Ukraine bereitet der Verein für Internationale Waldkunst e. V. als Veranstalter der Biennale das Jubiläum vor. Und wie bei den vergangenen Waldkunstpfaden wird sich auch diese Ausstellung vom 3. September bis 23. Oktober mit den aktuellen Gegebenheiten künstlerisch auseinandersetzen. Hierzu hat Kuratorin Ute Ritschel das Motto „Kunst Natur Wandel“ weitsichtig gewählt. Dem Wandel nähert sie sich auf der 2,6 Kilometer langen Kunstmeile im Forstrevier am Böllenfalltor aus den vier Perspektiven „Klimawandel“, „Sozialer Wandel“, „Gesellschaftlicher Wandel“ und „Digitaler Wandel“.

Wie voraussichtlich zehn international tätige Künstlerinnen und Künstler diese Faktoren persönlich verarbeiten und in Exponate umsetzen, können Besucher des Waldkunstpfades in einem Symposium vom 15. August bis 2. September vorab bei Führungen oder auf eigene Faust erleben. Das dreiwöchige Symposium bietet die Möglichkeit, den Kunstschaffenden bei der Arbeit zuzusehen, die ihre Exponate zudem bei drei Mittwochsforen vorstellen.

Die Corona-Pandemie und ihre Unwägbarkeiten bringt es mit sich, dass der Kreis der Kunstschaffenden kleiner ist als in früheren Jahren. Dennoch bleibt der gewohnte internationale Charakter erhalten. Nist in diesem Jahr der „Digitale Wald“, eine Kooperation mit dem Verein Kultur einer Digitalstadt, die den Waldkunstpfad digital erlebbar macht. Dafür wird in diesen Tagen in einem aufwändigen Verfahren der Wald gescannt. Die daraus entstehende App soll es den Besuchern ermöglichen, die Kunstwerke auf ihrem Handy oder Tablet spielerisch zu erleben. Am Digitalen Wald beteiligen sich die Künstlerinnen und Künstler Lukas Einsele, Valelrie Wolf Gang, Regina Frank, Jens Meyer, Arne Gieshoff, Nina Bendzko, Susy Sureck und das Duo Laurie Beth Clark/Michael Peterson, außerdem Studierende der Hochschule Darmstadt HDA. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung in der Galerie der Schader Stiftung vom 21. September bis 23. Oktober zu sehen sein. Ebenfalls in der Schader-Stiftung findet die 9. Internationale Waldkunstkonferenz am 2. September statt.

Über das Stammquartier am Böllenfalltor hinausgehend setzt Kuratorin Ute Ritschel die vor zwei Jahren begonnene Zusammenarbeit mit der Grube Messel fort. Im Gelände des Unesco Welterbes werden Arbeiten von Moritz Dornauf und Thomas May zu sehen sein. In einem weiteren Außenprojekt wird ein Waldstück im österreichischen St. Corona in die Jubiläumsaktivitäten einbezogen. In das niederösterreichische Areal, eine Stunde mit dem Auto von Wien entfernt, wurde Kuratorin Ute Ritschel von Prof. Dietmar Wiegand von der Technischen Universität Wien eingeladen, der den Waldkunstpfad aus seiner Studienzeit an der TU Darmstadt kennt.

Wie gewohnt, ergänzt auch im Jubiläumsjahr ein breitgefächertes Rahmenprogramm die Präsentation der Exponate, darunter besonders viele Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien. An den Wochenenden gibt es Erlebnis- und Bastelangebote am Kinderbauwagen, ein „Junger Waldkunstpfad“ ist in Vorbereitung, für das Kinderkunst-Camp gibt es bereits Anmeldungen, das Theater Lakritz konnte erneut für das Kindertheater gewonnen werden, und neue Impulse ergeben sich zudem durch eine Kooperation mit der benachbarten Lichtenbergschule.

Vorboten des großen Ereignisses kündigen sich in diesen Tagen mehrere Veranstaltungen an. Bereits am 20. März und nochmals am 19. Juni von 15 bis 17 Uhr bietet der Waldkunstverein öffentliche Führungen zu den 37 Exponaten der vergangenen zehn Waldkunstpfade an. Wer teilnehmen möchte, kommt zum Infostand oberhalb des Waldparkplatzes. Dort beginnt auch der offizielle Auftakt des Jubiläums-Waldkunstpfades unter dem Motto „Frühlingserwachen“: Am 1. Mai von 14 bis 17 Uhr stehen zwei Kurzführungen, verschiedene Events und Aktionen für die Kinder auf dem Programm, eine Kuchentheke lädt zum kulinarischen Verweilen ein.

Am Waldkunstpfad sind viele Kooperationspartner des Waldkunstvereins beteiligt. Gleichwohl steht Ute Ritschel immer wieder und auch in diesem Jubiläumsjahr vor der Herausforderung, die nötigen Finanzmittel für die Biennale zu beschaffen. Eine kontinuierliche feste Finanzierungszusage gibt es nicht.

Eine der wichtigsten Einnahmequellen ist der Waldkunstflohmarkt, der in diesem Jahr vom 19. bis 22. Mai im Internationalen Waldkunstzentrum IWZ, Ludwigshöhstraße 137, zum achten Mal stattfindet. Ab Montag, 4. April, besteht die Möglichkeit, Sachen abzugeben, die daheim nicht mehr gebraucht werden, andere aber noch erfreuen könnten – von Wohndekoration und modischen Accessoires über Spielsachen für Kinder bis hin zu Büchern jeder Art. Montag bis Donnerstag nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Waldkunstvereins die Sachspenden von 9 bis 15 Uhr, freitags von 9 bis 14 Uhr und zusätzlich an den Samstagen 30. April und 14. Mai von 10 bis 13 Uhr entgegen.

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